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RACE ACROSS AMERICA 2002

   
   
Über das RAAM | Die Crew | Fakten | Bericht | FAQ |
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  • Facts & Figures über das härteste Radrennen der Welt:

    • Die 20. RAAM-Auflage führte von Portland über 4.809 Kilometer und 10 Bundesstaaten (Oregon, Idaho, Utah, Wyoming, Colorado, Kansas, Oklahoma, Arkansas, Mississippi, Alabama, Florida) bis nach Gulf Breeze.
    • Im Jahr 2002 hat Wolfgang Kulow das Race Across America ebenfalls bestritten.
    • Erfahren Sie hier von seinen Erlebnissen...

Race Across AMerica

Renndirektor:
Lon Haldeman ph. 262-736-2453

Medien & Sponsoren des RAAM:
Michael Benson ph. 480-451-4114

Public Relations:
Jim Pitre ph. 480-491-5492

Rennstart Koordinator:
Greg Pressler ph. 503- 232-4221


Start:

Portland, Oregon
Sonntag, 16. Juni Solo Fahrer 7:00AM (PST)
Dienstag, 18. Juni Team Fahrer 12:00 noon (PST)

Ziel:
Pensacola Beach, Florida
24.-28. Juni

Die Strecke
Am 17. Juni 2002 wurde das Rennen in Portland, Oregon gestartet und führte die Fahrer über 4800 Kilometer nach Pensacola, Florida.

Welche Anforderungen stellt das RAAM?
Allein der Streckenverlauf spricht schon für sich...
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Beim härtesten und längsten non-stop Radrennen der Welt geht es darum, die USA von Nordwesten nach Südosten in der schnellstmöglichen Zeit zu durchqueren. Der Start erfolgt am 16. Juni 2002 in Portland (Oregon). Die Strecke führt durch 11 Bundesstaaten und endet in Pensacola, Gulf Breeze (Florida). Die Gesamtdistanz beläuft sich auf rund 4.860 Kilometer (2983 miles). Darüber hinaus müssen auch rund 30.000 Höhenmeter (99610 ft) bewältigt werden. Die schnellste Zeit wird momentan vom Österreicher Wolfgang Fasching in 8 Tagen 10 Stunden und 13 Minuten gehalten.

Einige Eckdaten des Rennens:
Non-stop Durchquerung des Kontinents in ca. 9-10 Tagen mit insgesamt maximal 18 Stunden Schlaf
Knapp 5.000 km auf dem Rad bei rund 30.000 Höhenmetern - ohne Windschatten bei jedem Wetter, Tag und Nacht
53 time-stations verteilt auf 11 Bundesstaaten
bis zu 50 °C Temperaturdifferenz zwischen Wüstenklima und Rocky Mountains täglicher Verbrauch von bis zu 14.000 Kalorien und 30 Liter Körperflüssigkeit.

Das Rennen
Das Race Across AMerica (RAAM) gilt allgemein als das längste und härteste Radrennen der Welt. Die amerikanische Zeitschrift “Outside” nannte es im Jahre 1993 bei einem Vergleich von Ultra-Ausdauerwettbewerben schlicht und ergreifend “The toughest race in the world”. Es führt über knapp 5000 Kilometer quer durch die Vereinigten Staaten - nonstop, das heißt, jede Pause geht zu Lasten des Fahrers.

Die Geschichte
1982 taten sich die Gründer der Ultra Marathon Cycling Association (UMCA) John Marino, Michael Shermer und Lon Haldeman mit dem Ironman-Triathleten John Howard zusammen, um das erste Rennen quer durch die USA zu veranstalten. Sie nannten es damals “The Great American Bike Race”. Drei von ihnen hatten bereits in den Jahren zuvor auf eigene Faust die USA mit dem Fahrrad durchquert. Die Erstauflage des Rennens von Santa Monica, Kalifornien zum Empire State Building in New York gewann Lon Haldeman in 9 Tagen 20 Stunden und 2 Minuten vor John Howard, Michael Shermer und John Marino.

Ab dem darauffolgenden Jahr 1983 übernahm die UMCA die Organisation dieses Rennens und änderte den Namen in “Race Across AMerica (RAAM)”. Seither versuchen jedes Jahr die entschlossensten Extremradsportler der Welt diese Herausforderung zu bestehen.

Die Regeln

Die Fahrer müssen einer vorab festgelegten und markierten Route folgen. Sie müssen dabei von mindestens einem Begleitfahrzeug mit mindestens 3 Helfern begleitet werden. An mehreren Kontrollpunkten auf der Strecke wird jeweils die Durchgangszeit der Fahrer ermittelt. Nachdem der Schnellste das Ziel erreicht hat, haben die übrigen Fahrer noch 48 Stunden Zeit um als “Official Finisher” gewertet zu werden und sich damit den “Ritterschlag” des Extremradsportlers zu verdienen.

Die Crew

Birgit Runge (Germany)


Versorgung von Wolfgang und der Crew, Reise - und Rennablauf-Organisation. Darüber hinaus: Motivation und Pflege von Wolfgang.

 

PETER BECKER (GERMANY)

...ist nicht nur "Masseur", nein er ist Physiotherapeut und er betreibt ein Fitness-Studio und eine Praxis für Physiotherapie in Bordesholm (Schleswig-Holstein).

Marit Schallert (Australia)

Sie ist zuständig für die Ernährung und die Navigation lebt zur Zeit in Australien. Marit ist eine Welten- Bummlerin.

Fin Walden

Vom NDR möchte das große Abenteuer RAAM in Bild und Ton fest halten. Fin ist mit ganzem Herzen Sport - Taucher.

Dr. Jörg Schubert (Germany)

Unser Doc kommt aus Heiligenhafen ist ein begeisterter Windsurfer.
Er hat auch Spaß am Tauchen und Laufen.

Ruediger Klein (Germany)

Der Radsportler und Radtechniker.
Seine Leidenschaft ist neben dem Radfahren, dass Kite-Surfen.

Matthias Pelz (Germany)

Er wird das Auto mit wachsamen Augen dicht hinter Wolfgang durch Amerika chauffieren.
Ein Ausdauerexperte in der Betreuung par excellence.


Hans-Jürgen Schwanke (GERMANY)

ist unser Mann für "alle Fälle". Er kann fahren, organisieren, reparieren, versorgen.....
und bringt auch Ruhe in die Crew, wenn es mal heiß hergeht.


Finish: 12 Tage 6 Std
4860 km nonstop bike-race


Crew:
Birgit Runge, Marit Schallert, Rüdiger Klein, Matthias Pelz,
Dr. Jörg Schubert, Fin Walden, Peter Becker, Hans-Jürgen Schwanke

Start:
Portland (Oregon)
Ziel: Pensacola (Florida)
Strecke: 4860 km
Höhenprofil:ca. 40 000 Höhenmeter
Teilnehmer: 16 Männer, 1 Frau

Fahrzeuge:
1 Van, 1Wohnmobil (ADAC)
Rennrad: Villiger
Ausrüstung: Kaufhaus Stolz, Asics, Power-Bar
Ernährung: Warder-Apotheke, Power-Bar
Bericht: Dr. Jörg Schubert, Warder-Apotheke, Byk

Sponsoren:
Kaufhaus Stolz, Avis Krohn, Warder-Apotheke, Villiger, ASICS,
Power Bar, Polar, ADAC, Weleda, Mega Company, TSV Lensahn, Siedlerbund Lensahn, Intersport, Yellomaid, Ecco, Jan Jacobsen, Uvex, City-Bike Oldesloe, Drahtesel, Sport & Friends, Byk, Avis Krohn, Warderapotheke HL, Noene Einlegesohlen, Gebr. Knoke, Mega Company, Inter Sport, Ecco Schuhe, Uvex, Jan Jacobsen, Sort & Friends Großenbrode, Drahtesel Lensahn

Presse:
LN, HP, Flensburger Tageblatt, SHZ, Ostholsteiner, DPA
Radio:
3x R.SH, 18 x NDRI, NDRII, NDRIIII
TV:
SAT.1 Live, NDR3 Schleswig-Holstein-Magazin

Bericht

Seit Stunden sitze ich schon auf dem Rennrad. Pünktlich um 07:00 Uhr fiel in Portland (Oregon) der Startschuß zum härtesten und längsten Radrennen der Welt, das Race Across America. Fast 5000 km liegen vor mir. Ich bin hoch motiviert, aber wird mein Geist und Körper diesen Belastungen standhalten?


Über 20 000 km habe ich auf dem Rad trainiert, dazu etliche Spinning km abgerissen. Viel Zeit wurde in die gesamte Vorbereitung gesteckt. Die Crew zusammen gestellt. Wird die Crew untereinander und im Rennen funktionieren? Unendlich viele Fragen tun sich auf.


Die letzten 4 Tage vor dem Abflug war ich vom Pech verfolgt. Die Shimano Komponenten an meinem Villiger Rennrad gingen der Reihe nach kaputt; das Tretlager, die Bremsschalthebel, die Kurbelganitur und die Laufräder.Wie sollte ich so an den Start gehen? In meiner Not wende ich mich an Shimano, aber kein Entgegenkommen, so mußte ich sehr verärgert alles neu kaufen.


Aber die Zeit rennt, die Ersatzteile sind nur schwer zu bekommen. Am Sonntag will das Team vom City-Bike Oldesloe das Rad reparieren, es bleibt keine Zeit mehr zum Testen. Rüdiger Dittmann aus Kempten, ein ehemaliger RAAM Teilnehmer, schickt mir sein Rad und etliche andere Dinge, die für eine RAAM Teilnahme unerläßlich sind. Herr Krohn (Avis) stellt uns einen Bus mit Anhänger zur Verfügung und Heinz Eckloff fährt uns mit den Unmengen an Koffern und Taschen zum Flughafen nach Hamburg. Das Tempo ist hoch, wir fahren so, als sei das Rennen morgen zu Ende. Die Zeitstrafe am ersten Tag, dass dreistündige Verfahren in der Nacht und die technischen Probleme mit der Schaltung am Rad, konnten mich nicht davon abhalten, die atemberaubende Landschaft zu genießen.
Ich hatte mir vor genommen, auch noch einen Blick für die faszinierende Landschaft zu haben. Doch bald verlieren sich meine Gedanken in den endlosen Weiten. Der Schlafentzug hat mich etwas aus dem Gleichgewicht gebracht. Marit bearbeitet mein Gesicht mit Eiswürfeln und hopst im roten String-Tanga herum, Peter lacht sich kaputt, Marit setzt als Crew-Chefin alle Mittel ein, um mich wieder flott zu bekommen und sie schafft es, ich fahre weiter. Durch herrliche Berglandschaften, schaue auf eine einzigartige Natur. Die Landschaft löst sich ständig ab, es kommen immer wieder neue Eindrücke auf. Freundlich winkende Harleyfahrer brausen an mir vorbei, selbst die riesigen Tracks donnern mit sicherem Abstand vorbei, an meinem Begleit-Van steht in großer Schrift „ bike-race“ Portland - Pensacola, auch Blinklichter und orange Flaggen sind am Van.

Trotz der großen Anstrengung sind die Rocky Mountains gut zu fahren. Das durch das ständige im Wiegetritt fahren die Knie etwas schmerzen, ist normal. Doch es kommt am dritten Tag schlimmer, eine Schleimbeutelentzündung im rechten Knie macht das Weiterfahren fast unmöglich. Der höchste Punkt der Strecke, der Tenneessy Paß mit seinen 3500 Höhenmeteren liegt noch vor mir.


Ist es das Aus für mich? Kann Dr. Jörg Schubert das wieder hin bekommen? Eine Spritze in das Knie und es geht weiter, den Paß hoch. Die Amerikanerin Sandy Earl einzige Frau im Starterfeld lässt sich nicht so einfach überholen, sie kämpft, am dritten Tag lasse ich sie endgültig hinter mir. Später höre ich, dass sie aufgegeben hat. Die Rundum - Lichter am Begleitfahrzeug des Brasilianers Ricardo Arap blitzen in weiter Ferne. Da will ich hin, versuchen ihn zu überholen, aber in dieser kalten Nacht werde ich es nicht schaffen.
Im Morgengrauen taucht plötzlich ein Betreuerauto vor mir auf, Marit ist begeistert, gleich überholst du den Brasilianer. Jetzt nur nicht überpowern. Aber ich ziehe mühelos vorbei, doch er bleibt dran und am nächsten Berg hat er mich wieder. Laß ihn fahren, den bekommst Du wieder, ruft Peter. Die Straße windet sich durch eine schroffe Bergwelt, eine Mondlandschaft tut sich vor mir auf, die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel. Beim Blick in die unendliche Landschaft bekomme ich Halluzinationen, ich sehe zwei grüne, leuchtende Kugeln über eine Wiese schweben.


Du mußt trinken, mein Begleit-Van kommt seitlich und reicht mir Essen und Trinken, doch was liegt da am Straßenrand? Es muß der Brasilianer G.. sein. Ich sehe noch, wie er von seinen Betreuern versorgt wird. Es geht wieder stundenlang bergauf, hinein in die Abenddämmerung. Über mir ein dunkles, bedrohendes Wolkenband. Ich ziehe den Kopf ein und habe Angst, beim Bergauffahren nicht mehr zwischen Berg und Wolke durch zu kommen. Quatsch, die Wolken sind weit oben, fahr normal weiter, denke ich mir, aber nach einiger Zeit ziehe ich wieder den Kopf ein. Es wird höchste Zeit, eine Pause zu machen.


Jetzt essen, trinken. Dr.Jörg versorgt die wundgescheuerten Stellen, dann schlafen. Die eineinhalb Stunden Schlaf vergehen wie im Fluge, schnell neue Kleidung an und schon geht es wieder hinaus in die kalte Nacht.
Die Musik dröhnt aus den Boxen meines Begleitautos, ich fahre im Lichtkegel der Scheinwerfer, es geht gut voran, doch mit einemmal halte ich an, es stehen Bekannte an der Straße, die sich mit mir unterhalten wollen. Plötzlich hupen, Matthias ruft aus dem Auto - "Wolfgang, warum hältst du an, es geht doch 100 Meilen weiter gerade aus!". Mist, mir wird klar, ich habe geträumt, oder bin auf dem Rad eingeschlafen. Ich vertusche meinen Zustand, rufe, habt ihr was zu essen? Los, fahr weiter, schallt es aus dem Begleit-Van.


Morgen früh gibt es was Gutes zu essen, Birgit macht dir Müsli und Marmeladenbrote, na toll. Die Ernährung im Rennen ist nicht ganz einfach, denn immerhin muß ich pro Tag etwa 12-14 000 Kalorien zu mir nehmen. Frau Jachja von der Warder-Apotheke, Dr. Jörg Schubert und Peter Becker haben sich eine Menge Gedanken gemacht. Flüssignahrung (Milch,Kakao und Maltodextren 19 ) haben sich gut bewährt, dazu Eiweißshakes, Mineralgetränke, Riegel,Power-Gel und natürlich Nudeln, Hähnchen usw.
Ich mache eine kurze Pause, in diesem Moment fährt der Amerikaner Brain Riper begleitet von einem Pulk Hobby-Radfahrer an mir vorbei. Schnell aufs Rad und hinterher, ab jetzt beginnt ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Brain gibt nicht auf, er kämpft besessen um jeden Meter. Irgendwie wird mir das zu blöd, ich nehme alle Energie zusammen und fahre an Brain und den anderen Rennradfahrern vorbei.


Meine Crew meldet mir, dass Brain schon über 5 Std. zurück liegt. Brain treibt ein merkwürdiges Spiel, seine Begleitfahrzeuge tauchen ständig bei mir auf, wollen mich verunsichern, aber wo steckt Brain? Seine
Spionage-
autos überholen mich ständig. Spät in der Nacht meldet mir die Crew, dass Brain Riper aufgegeben hat, auch weiter vorn geben die Teilnehmer reihenweise auf. Ich fahre weiter auf dem Randstreifen der Highway, doch mitten in der Nacht passiert es - mir fallen plötzlich die Augen zu, reiße den Radlenker nach links und schieße quer über die Straße. Ein Riesenglück, dass kein Auto kam, sonst wäre ich jetzt platt. Meine Crew ist sprachlos, es ging
alles so schnell, ein Hupen oder Reagieren war nicht mehr möglich..... Die Rocky Mountains liegen hinter mir, der Tenneessy Paß geschafft, jetzt geht es nur noch Bergab, aber der gegen Wind ist stark und der Asphalt rauh, es rollt ziemlich schlecht. Die Straße führt nur gegen den Wind, am Horizont sehe ich es geht mit Rückenwind von Salida nach Westcliff Colorado. Aber zwischen den Orten Walsenburg, Trinidad und Kim weht der Wind so stark von der Seite, so dass ich aufpassen muß, nicht vom Rad auf die Fahrbahn geschleudert zu werden. In der Nacht kämpfe ich um jeden Zentimeter gegen den Sturm an, dass kostet verdammt viel Energie. Aber die Nacht hat noch mehr Überraschungen, mein Begleit-Van fährt sich auf einem Parkplatz bis zu den Achsen im nassen Lehm fest. Nur mit aller größten Mühe bekommen wir das Fahrzeug wieder frei, meine Radschuhe sind nur noch ein großer, gelber Lehmklumpen,so kann ich nicht mehr ins Pedal klicken, in einer Pfütze erst mal grob reinigen. Das war echt Glück, ich sah den Van schon für die nächste Zeit in der Schlammwüste stehen.


Am nächsten Morgen, die Sonne brennt schon erbarmungslos vom Himmel, fahre ich auf unendlichen, schlechten Straßen zur nächstenTime-Station. Marit erzählt mir, es ist Springfield, die verlasseneGeisterstadt. Wo ist Springfield, frage ich Marit, sie zeigt in die Endlosigkeit.


Was ist los? Die Crew ist wie verwandelt, mit ihren schwarzen Sonnenbrillen wirken sie eigenartig, auch das Verhalten hat sich verändert. Am Horizont flimmert es, das muß Wasser sein, doch plötzlich löst sich ein großer Punkt aus dem Flimmern. Ein Ungetüm von Track, die Scheiben schwarz, einen Fahrer kann ich nicht sehen, komisch, aber da hinten stehen Leute an der Straße, endlich mal Menschen, ich komme näher und muß feststellen, es handelt sich um Briefkästen. Wo ist mein Wohnmobil, ich habe es seit gestern nicht mehr gesehen, was ist passiert? Die großen schwarzen Raben am Straßenrand was machen die


hier in der Öde? Endlich kommt Springfield näher, es ist wie im Western, Staub, zerfallene Häuser und nicht ein Mensch zu sehen. Ich sage zu Marit, hier ist ja die Time-Station, nein hier nicht, du mußt weiter fahren. Sind die alle verrückt geworden, egal ob man mich entführen will, oder sonst was, ich ziehe weiter durch.


In der Nacht ist ein Teilnehmer gestützt und hat sich die Schulter gebrochen. An der Unglücksstelle wartet ein Race-Marschal auf mich und ruft mir zu, Wolfgang aufpassen, Vorsicht an den kaputten Bahnschienen. Je weiter ich nach Osten komme, je näher kommt das Ziel, aber auch die angreifenden Hunde nehmen ständig zu. Von einem Grundstück rennt ein großer schwarzer Schäferhund kläffend auf mich zu. Matthias erkennt die Situation sofort, er fährt mit dem Van hupend neben mir. Der Hund will mich aber unbedingt haben und läuft auf die stark befahrene Straße, er greift an. Plötzlich knallt es, der Hund wird von mehreren Autos erfaßt. Ich höre ihn jaulen und wimmern, Körperteile fliegen vor mir durch die Luft, Anhalten ist nicht möglich, bei dem Verkehr einfach zu gefährlich.


Matthias dreht das Fenster runter, na Wolfgang, besser der als du oder? und grinst. Natürlich hat er recht, aber ich bin doch sichtlich geschockt. Das „RAAM“ will nicht enden, die 5000km ziehen sich verdammt lange hin. Die Crew wird langsam müde, Tag und Nacht im Einsatz. Die Energie ist verbraucht, das RAAM verlangt alles von den Crew-Mitgliedern ab. Wolfgang, du schaffst es wohl nicht mehr in der vorgegebenen Zeit. Alle haben wie wild hoch gerechnet und die Motivation ist auf dem Tiefpunkt. Für mich ist es nicht wichtig ob ich in 10 oder 12,5 Tagen ankomme, ich will ankommen. Eigentlich war für mich das Rennen am dritten Tag mit einer Schleimbeutelentzündung im Knie schon zu Ende.


Mein Sonderplan muß her, die Crew, bis auf Rüdiger und Matthias fahren mit dem Wohnmobil zum Ziel nach Pensacola (Florida) gehen dort ins Hotel. Das „RAAM“ geht für mich weiter, Rüdiger und Matthias fahren im Van wie immer hinter mir her, geben die Richtung an, versorgen und sichern mich ab. Die Beiden verstehen die Welt nicht mehr, ich fahre trotz der 4000 km in den Beinen plötzlich wieder schnell. Die Motivation ist wieder da, ich will das Rennen zu Ende fahren und die letzten 860 km bis ins Ziel nach Pensacola sind überschaubar. Ich mache einen Körper-Check und glaube, von allen Teilnehmern gehtes mir am besten. Die einzigen Blessuren sind, taube Finger an beiden Händen vom Lenker halten und etwas Wund zwischen den Beinen. Die Bundestaaten, Oregon, Idaho, Uhta, Wyomy, Colorado, Oklahoma, Arizona habe ich hinter mir, jetzt noch Mississippi, Alabama und Florida. Die Time-Station 43 ist erreicht, wir werden mit einem kleinem Feuerwerk empfangen. Die Begrüßung ist überaus freundlich, ich muß noch ein paar Autogramme schreiben, dann geht es schnell weiter.


Die Fahrt geht weiter über den Mississippi, ein tolles Gefühl, über eine solche alte Brücke zu fahren. Es wird wärmer, und irgendwie spüre ich schon das Meer, den Golf von Mexico.


Der Autoverkehr nimmt ständig zu, ich nähere mich der Küste, die Autos hupen und die Menschen winken aufgeregt, sie wissen, dass ich eine gigantische Stecke mit dem Rad zurück gelegt habe und kurz vor dem Ziel bin.
Rüdiger und Matthias dirigieren mich durch den dichten Verkehr von Pensacola. In der Ferne sehe ich die Halbinseln mit ihren schneeweißen
Stränden. Die Fahrt über die beiden Brücken ist ein einziges Hupkonzert, auch Rüdi und Matthias mischen tüchtig mit, alles was am Van Lärm macht, ist an. Nur noch wenige Meter bis ins Ziel Pensacola Beach, dann ist es geschafft. Nach 12Tagen 6 Stunden und 32 Minuten ist das RAAM zu Ende. Für mich heißt das Ziel das Meer, der Golf von Mexico und so stürze ich mich samt Rennrad in die Fluten.

 

FAQ -> "Interview"

1. Was motiviert Dich, am RAAM teilzunehmen?

Das "RAAM" zählt auf dieser Welt zu der härtesten sportlichen Herausforderung und es fehlt einfach noch in meiner Sammlung.

 

2. Du hast ja bereits viele extremsportliche Herausforderungen erfolgreich hinter absolviert. Könnte man das RAAM als vorläufigen Höhepunkt Deiner sportlichen Karriere bezeichnen?

Das RAAM ist sicher ein sportlicher Höhepunkt, aber ich habe noch andere sportliche Unternehmen vor.



3. Wie zeitintensiv sind Deine Vorbereitungen für das RAAM?

Mein Training beginnt Morgens um 04:30 Uhr, ich freue mich schon auf die Zeit "nach" dem RAAM, denn dann kann ich wieder schön ausschlafen.



4. Kann man sich bereits im Vorfeld auf den permanenten Schlafmangel vorbereiten?

Der Schlafentzug während des Rennens ist kaum zu trainieren, mental kann man etwas gegensteuern, aber ganz verdrängen läßt er sich nicht.


5.Gibt es konkrete Ängste oder Befürchtungen?

Ängste habe ich nicht, aber es ist sicher nicht ungefährlich, alleine wegen der großen Trucks.


6. Wie bewältigst Du die Tiefpunkte während des Rennens? Wie bereitet sich Deine Crew darauf vor?

Das Wort Aufgeben wird es nicht geben, denn wer kann das RAAM schon kalkulieren, es kann auf 5000km bike vieles passieren.
Ein Teil der Crew hat sich schon hervorragend bei anderen Unternehmen ( Deca, Five, Triple, Duoble- Ironman und extremes Langstreckenschwimmen) bewährt.



7. Wie kommt man auf die Idee, Extremsport zu betreiben?

Ich mag es, wenn es "richtig" weh tut und ich richtig im Eimer bin, fühle ich mich doch wohl.



8. Wie wirst Du Dir die kalten Nächte angenehm gestalten?

Nachts gibt es das gute Nachtrad, schönes Essen und die etwas wärmere Kleidung



9. Welche bikes wirst Du mitnehmen?

Meine beiden Villiger Rennräder und ein Rennrad mit Stahlrahmen.



10. Was kommt nach dem RAAM? Nimmst Du Dir nach den Strapazen eine Auszeit?

Ich möchte wenn möglich, noch ein paar Tage in Pensacola surfen, tauchen usw.



11. Ist diese Erfahrung die Kosten und Mühen wert?

Das weiß man nie, aber das RAAM ist für Europäer ein logistischer Kraftakt und die Kosten fürs RAAM sind heftig.



12. Wird es im Internet die Möglichkeit geben, aktuelle Informationen zum Rennverlauf abzurufen?

Ja, auf meiner Website www.extremsport.net und www.raceacrossamerica.org




 

Sponsoren:

  • Kaufhaus Stolz
  • Avis Krohn
  • Warder-Apotheke
  • Villiger
  • ASICS
  • Power Bar
  • Polar
  • ADAC
  • Weleda
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  • Yellomaid
  • Ecco
  • Jan Jacobsen

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