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Unterwasser-Marathon-Lauf

   
   
 

Wolfgang Kulow startete am 29.06.03 zum 1. Unterwasser Marathon Lauf der Welt im Waldschwimmbad Lensahn.

Auslöser für diese ungewöhnliche Herausforderung war das unbekannte Terrain , in Form von der bislang noch nie dagewesenen Kombination des Tauchens und eines Unterwasserlaufes . Der Ausgang dieser gewaltigen Anstrengung war völlig unbekannt .


Es fehlte nicht nur an dem nötigen” Know - How “ . Auch die Frage , ob der Körper einem Marathon in dieser Form überhaupt Stand hält, wußte man nicht . Um unter Wasser laufen zu können , waren zwei 40 Kilo Bleiplatten an einer Gurthalterung vor dem Bauch und auf dem Rücken erforderlich.

Ernährung und viele weitere Details waren zu bedenken . Ein Unterwasser-Depot wurde eingerichtet, hier war es möglich, Getränke über ein Schlauchsystem aufzunehmen . Die Firma Poseidon , die Wolfgang Kulow schon seit Jahren unterstützt , stellte neben der ganzen Tauchtechnik, auch einen neu entwickelten Atemluftbefeuchter zur Verfügung . Alle 100 Meter sollte jetzt noch eine Schiffsglocke , durch ein Zugseil verbunden , am Beckenrand ertönen, als Signal für den Streckenzähler . Für den nötigen Gripp beim Laufen sorgten Sportschuhe Größe 52 von der Fa. Asics , die über die Füßlinge des Taucheranzuges gezogen wurden . Um einer möglichen Auskühlung des Körpers vorzubeugen, wurde noch ein beheizbarer Nierengurt unter dem Tauchanzug getragen.. Gegen die Einsamkeit unter Wasser konnte ein eigens installierter Unterwasserlautsprecher mit dem Radio gekoppelt werden .


Was sollte jetzt noch schief gehen ?

Um 13.30 Uhr gab der Lensahner Bürgermeister Karl Krause, den Startschuß .
Begleitet von dem Kamerateam von Spiegel-TV , dem Team der taff-Redaktion von Pro 7, Dpa , LN und neben zahlreichen Schaulustigen ging es los .

Ich höre noch die Presseleute sagen :
Eine Marathonstrecke zu schaffen - das wär`s !

Die ersten 100 m Bahnen lege ich in Bestzeit zurück - 2 Min 07 - und überhole damit schon die Schwimmer auf den Nebenbahnen . Das Laufen ist äußerst anstrengend, was sich durch einen sehr hohen Luftverbrauch bemerkbar macht. Gott sei Dank habe ich den neuesten Atemregler der Firma Poseidon , der keinen Atemwiderstand hat .

Der Wasserwiderstand ist enorm , wie ein Sprinter auf dem Vorfuß laufend , kämpfe ich mich unter Wasser vorwärts . Ich lege Bahn um Bahn zurück . Es läuft trotz der enormen Belastung super .
Meine vorherigen Berechnungen scheinen aufzugehen .
Die 12 Liter Pressluftflasche wird alle 45 Minuten gewechselt, ich jage also 2400 Liter Luft durch die Lunge.

Nach 11 Stunden unter Wasser und schon über 20 Km zurückgelegt, sehe ich für mich die Chance, den ersten Marathon unter Wasser zu schaffen .
Jedoch die 40 Kilo Blei bereiten mir erhebliche Sorgen . Die Schulter schmerzt sehr stark und das eine Gewicht scheuert zu dem noch auf der Wirbelsäule . Meine beiden Betreuer Hans-Jürgen und Michael haben die rettende Idee . Sie sägen ein Brett zurecht , tapen es ab und schieben es mir als Polster unter das Rückenblei . Die Nacht bricht an - das Wasser wird dunkelblau und gibt der Szene ein gespenstisches Aussehen . Die Kälte kriecht langsam in den Anzug . Beim nächsten Flaschenwechsel entscheide ich mich ,das Heizsystem zu aktivieren .

Die Müdigkeit befällt meinen Körper . Die Erschöpfung durch die hohe Beanspruchung macht sich unaufhörlich breit . Ich muss mehr Energie nachführen und stärke mich mit heißen Suppen und Power-Bar - Riegeln .
Die Musik unter Wasser treibt mich an und motiviert mich, ich muss diese Nacht durchhalten .
Das Wasser ist so still und klar, dass ich die Szenerie am Beckenrand genau verfolgen kann. Die Müdigkeit läßt mich für Sekunden einschlafen . Ich laufe kurzzeitig im Zickzack, in die verkehrte Richtung . Erst die Sonnenstrahlen am Morgen und die Meldung, das ich schon über 30 Km geschafft habe, lassen wieder neue Kräfte erwachen . Die Filmteams bringen wieder Bewegungen in meine Nähe und filmen unter Wasser . Erste badende Kinder klatschten mich unter Wasser ab und beflügeln mich .Nur noch wenige Meter und ich habe es geschafft ! Nach 24 Stunden , 24 Minuten und 47 Sekunden steige ich überglücklich aus dem Wasser. Der erste Marathon unter Wasser war geschafft.

Mein Dank gilt: Bürgermeister Karl Krause , der Firma Poseidon , Werner Freidling und Team , Firma Bauer-Kompressoren , Firma ASICS , Firma Power-Bar , Firma Gerolsteiner, dem Kaufhaus Stolz und vielen helfenden Freunden.

Daten:

Zeit

24:24:47 Std.

Luftmenge

52800 Liter

Schritte

58900

Puls

120 - 140

Ernährung
  • 25 Stck. Power-Protein-Bar
  • 20 Stck. Power- Gel
  • 1 l Hühnersuppe
  • ½ l Gulaschsuppe
  • 5 Scheiben Schwarzbrot / Käse
  • 3 Tafeln Rittersport- Nuß
  • 2 Päckchen Schokoplätzchen
  • 1 Pizza
  • Getränke: 7 l Wasser, 3 l Mineralgetränke, 1 l Kakao, ½ l Brühe
Technik
  • 1 Bauer Atemluftkompressor
  • 6 Tauchflaschen 12 l
  • 3 Atemregler Poseidon X-tream
  • 3 Tauchanzüge der Fa. Poseidon
  • 2 Taucherbrillen „
  • Heizung für Tauchanzug
  • Atemluftbefeuchter
  • Spezialbleigurt 40 kg
  • Unterwasser- Sprach u. Musikanlage
  • 2 Paar Laufschuhe ASICS Gel 1080 Gr. 52 und 54

 



 

 
 


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