Vielen Dank allen benannten SPONSOREN,
die das Projekt "Unterwasserradfahren"
hilfreich unterstützt haben!
Bauer Kompressoren
Akkuman
Citybike.de
Gebr. Knoke
Poseidon
Weltrekord
Am 07.09.2002 schaffte ich eine Strecke von 4,2
km in 4:15 Std. mit dem Fahrrad auf dem Meeresboden
der Ostsee zurück zulegen.
Am Freitag den 6. September verlegt die Crew mit
dem gesamten Material nach Niendorf in das DLRG-Heim.
Die beiden Schlauchboote und das große Versorgungsboot
„Pulpo“ werden zu Wasser gebracht, Tauchflaschen,
Kompressor und
das Unterwasser-Rad verladen.
Die Aufgaben im Team werden noch mal besprochen:
Werner und Gloria fahren den „Pulpo“
Klaus ist als Begleittaucher dabei, Thomas hat als
Unterwasserkameramann alle Hände voll zu tun.
Matthias soll wie immer mit dem kleinen Schlauchboot
direkt über mir fahren & sichern. Nach
einer etwas unruhigen Nacht, bei idealen Witterungsbedingungen
wollen wir von Scharbeutz aus starten und in einer
Wassertiefe von etwa 7 m auf dem sandigen Meeresboden
den Timmendorfer-Strand erreichen, auch einige Pressevertreter
sind anwesend.
Ich fahre mit dem UW-Rad direkt vom Strand in die
Ostsee, es ist ein sehr komisches Gefühl, mit
dem Rad ins Meer zu fahren. Sobald das Rad ganz
Unterwasser ist, fährt es sich leichter und
schneller . Es ist unwirklich in dieser stillen,
unberührten Welt mit dem Rad zu fahren.
Das Wasser ist für Ostsee- verhältnisse
recht klar, ich schaue über sich sanft wiegenden
Seegraswiesen in das satte Grün der Tiefe.
Quallen ziehen majestätisch an mir vorbei.
Es ist faszinierend anzuschauen, wie sie sich pulsierend
fortbewegen.
Die Dunkelheit der Tiefe nimmt zu, ich muß
meinen Kurs ändern, sonst erreiche ich das
Ziel am Timmendorfer-Strand nicht. Am Fahrrad befindet
sich neben einem Kompaß auch ein Tiefenmesser
und eine Uhr. Ich muß die Instrumente ständig
im Auge behalten und den Kurs ständig überprüfen.
Die Taucherboje ziehe ich immer hinter mir her,
sie darf auf keinem Fall abreißen, denn sie
zeigt für Team meinen Standort an. Matthias
hat die Boje und meine aussteigenden Luftblasen
ständig im Auge.
Werner Freidling Geschäftsführer der Firma
Poseidon in Kiel hat das Unterwasserrad ständig
weiter entwickelt.
Ich fahre zügig mit dem etwa 50 kg schweren
UW-Rad auf dem festen Sandboden der Ostsee. Die
Taucher können mir nicht mehr folgen.
Meine neuen Begleiter sind die kleinen Lippfische,
die neugierig mein Rad und meine aufsteigenden Luftblasen
umschwimmen, Schollen liegen getarnt auf dem sandigen
Meeresboden, nur im letztem Moment entdecke ich
sie und versuche
sie zu Umfahren, doch meisten schwimmen sie erschrocken
davon. Werner macht eindrucksvolle Fotos von sich,
mir und den uns in den Weg stellenden Krebsen. Auch
Thomas filmt diese einmalige, ja schon unwirkliche
Szenerie.
Trotz der vielen faszinierenden Eindrücke muß
der Luftvorrat überprüft werden.
Klaus macht sich bereit. Seine Aufgabe ist es, die
zwei Atemluftsysteme am UW-Rad zu überprüfen
und zirka alle 45 Minuten eine leer geatmete Pressluftflasche
zu wechseln. Über 4 Stunden bin ich schon
mit dem UW-Rad unterwegs, ich esse Powergel und
trinke alle Stunde.
Die ersten Wadenkrämpfe machen sich bemerkbar,
die Anstrengung ist doch enorm. Gott die Dank kommt
Klaus und teilt mir auf unserer Unterwasserschreibtafel
mit, dass es nur noch etwas 500 Meter
bis zum ersehnten Ziel in Timmendorfer Strand sind.
Er zeigt mit seinem Finger richtungsweisend auf
meinen Kompass: ich solle meinen Kurs in Richtung
Land ändern.
Plötzlich tauchen die mächtigen mit Miesmuscheln
bewachsenen Pfeiler der Seebrücke vor mir auf.
Die Wassertiefe nimmt ab und ich spüre, es
sind nurn noch ein paar Meter bis zum ersehnten
Ziel - und ich habe es geschafft. Doch plötzlich
ziehen sich Fäden einer Feuerqualle durch mein
Gesicht. Stechend brennender Schmerz, die Lippen
brennen wie Feuer, ….
Langsam hebt sich mein Körper aus dem Wasser.
Das Fahhrad wird sichtbar. Viele Menschen stehen
auf der Seebrücke und sind erstaunt. Die Fotografen
und Kameraleute umringen mich.
Ich habe es geschafft. Der Weltrekord im Unterwasserradfahren
auf dem Meeresboden ist erreicht.